32. Sitzung des Ausschusses für Kaninchenzucht und –haltung

11.03.2010 00:00 Alter: 8 yrs
Kategorie: Allgemeines
Von: Steffen Hoy

Am 11. und 12. März 2010 fand in Gießen die 32. Sitzung des Ausschusses für Kaninchenzucht und –haltung statt. Im Rahmen der Sitzung wurde ein Workshop über die aktuelle Kaninchenforschung am Institut für Tierzucht und Haustiergenetik der Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführt.   Am 12. März besichtigten die Ausschussmitglieder die Lehr- und Forschungsstation Oberer Hardthof des Institutes.

Der Vorsitzende Prof. Steffen Hoy berichtet über verschiedene Aktivitäten des DLG-Ausschusses im zurückliegenden Jahr und gab einige Termine bekannt: am 3. und 4.9.2010 wird der Sächsische Kaninchentag (zugleich Bayerisch-Sächsische Züchterfortbildung) mit dem Thema „Haltung und Fütterung“ (in Vorbereitung mit dem DLG-Ausschuss) durchgeführt werden. Am 19.11.2010 soll im Rahmen der EuroTier 2010 ein Kaninchenforum (Arbeitsthema: Aktuelle Entwicklungen in der Kaninchenfütterung und –haltung) veranstaltet werden, Die nächste DLG-Ausschuss-Sitzung soll im Zusammenhang mit der Internationalen Tagung in Celle (evtl. am 20. Mai 2011) stattfinden – der genaue Termin der Tagung steht noch nicht fest.

Im Mittelpunkt der Ausschusssitzung stand der Workshop Kaninchenforschung in Gießen. In 5 Vorträgen wurde der aktuelle Stand der Untersuchungen präsentiert. Prof. Hoy gab zunächst einen Überblick über das Gesamtforschungsprogramm „Kaninchen“ am Institut für Tierzucht und Haustiergenetik der Justus-Liebig-Universität Gießen. Eine Literaturübersicht über Jungtier-Verluste wurde in der Doktorarbeit von Dr. Caroline Lang (2009) zusammengestellt. Große Jungtierverluste beklagen auch Rassekaninchenhalter. Zielparameter bei den eigenen Untersuchungen sind Verluste, Erkrankungshäufigkeit, Verhalten, Lebendmasseentwicklung, Futterverbrauch sowie äußerlich erkennbare Schäden. Dr. Caroline Lang stellte die wesentlichen Ergebnisse aus dem Projekt „Tierschutzgerechte Kaninchenhaltung“ vor. Im zweiten Vortrag von Dr. Lang ging es um die Senkung der enteropathiebedingten Verluste durch eine kaninchengerechte Fütterung. Frau Greißl widmete sich in ihrem Vortrag einem Teilaspekt der komplexen Untersuchungen - der Futteraufnahmegeschwindigkeit und der Anzahl Kauschläge bei verschiedenen Futtermitteln. Schließlich sprach Frau Dinges über erste Resultate an ausgewählten Focustieren zum Futteraufnahmeverhalten im Tagesgang (in 24 h – aufgezeichnet mit Infrarottechnik-Videotechnik). Nach den Vorträgen entwickelte sich eine angeregte Diskussion, in deren Ergebnis nochmals durch die Arbeitsgruppe von Prof. Hoy hervorgehoben wurde, das es nicht darum geht, pelletiertes Futter grundsätzlich als „Problemfutter“ zu kennzeichnen. Die Enteropathie muss als infektiöse Faktorenkrankheit charakterisiert werden, zu deren Bekämpfung alle Faktoren von Fütterung, Haltung, Management und Umwelt zu optimieren sind. Es wird auch anerkannt, dass enteropathiebedingte Verluste in sehr gut bewirtschafteten Betrieben niedrig und beherrschbar sind. Allerdings gibt es nachweislich international und national, bei der Intensivhaltung wie auch bei der Rassekaninchenhaltung, viele Betriebe bzw. Haltungen mit erheblichen gesundheitlichen Problemen. Am 12.03. fand die Besichtigung der Lehr- und Forschungsstation Oberer Hardthof des Institutes für Tierzucht und Haustiergenetik statt. Der Administrator Herr Bodenbender begrüßte die Teilnehmer und stellte in einer Präsentation Struktur und Aufgaben der Lehr- und Forschungsstation vor. Anschließend wurden der Milchviehstall sowie die Schafställe besichtigt. Eine intensive Diskussion zwischen den Ausschuss-Mitgliedern und Dr. Lang sowie Prof. Hoy entwickelte sich dann in der Außenklima-Kaninchenhaltung (Volieren und traditionelle Kaninchenställe) sowie zum Abschluss des Besuches in den klimatisierten Stallabteilen.

Prof. Dr. St. Hoy