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Nachruf auf Jaume Camps i Rabadà

Mit großer Trauer nimmt die internationale Gemeinschaft der Kaninchenwissenschaft Abschied von Jaume Camps i Rabadà, der über viele Jahrzehnte hinweg eine prägende Persönlichkeit unseres Fachgebiets war. Mit ihm verliert die wissenschaftliche Welt nicht nur einen engagierten Tierarzt, sondern auch einen Vordenker und Brückenbauer zwischen Forschung und Praxis.

Jaume Camps i Rabadà wirkte in einer Zeit, in der sich die Kaninchenproduktion zunehmend von einer überwiegend traditionellen Haltung hin zu einer wissenschaftlich fundierten Disziplin entwickelte. Als Veterinär verstand er es, die Anforderungen der praktischen Tierhaltung mit den Erkenntnissen der Forschung zu verbinden. Sein Wirken trug maßgeblich dazu bei, die Kaninchenwissenschaft – insbesondere in Spanien – strukturiert weiterzuentwickeln und international anschlussfähig zu machen.

Besondere Verdienste erwarb er sich durch seine Tätigkeit innerhalb der World Rabbit Science Association (WRSA), deren Präsident er von 1980 bis 1984 war. In dieser Funktion setzte er wichtige Impulse für die internationale Zusammenarbeit und den wissenschaftlichen Austausch. Unter seiner Mitwirkung wurde die WRSA weiter als zentrale Plattform für Forscherinnen und Forscher etabliert, die sich mit allen Aspekten der Kaninchenproduktion und -wissenschaft befassen.

Sein Engagement galt dabei nicht nur der Organisation selbst, sondern vor allem der Förderung von Wissen und Innovation. Er unterstützte die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse ebenso wie deren praktische Umsetzung in der Tierproduktion. Gerade diese Verbindung von Theorie und Praxis machte ihn zu einer respektierten Persönlichkeit weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus.

Die Kaninchenwissenschaft, wie wir sie heute kennen, ist auch das Ergebnis der Arbeit von Persönlichkeiten wie Jaume Camps i Rabadà. Sein Wirken hat dazu beigetragen, Grundlagen zu schaffen, auf denen heutige Forschung und moderne Produktionssysteme aufbauen. Sein Name bleibt untrennbar mit einer Phase des Aufbruchs und der Weiterentwicklung unseres Fachgebiets verbunden.

Wir werden Jaume Camps i Rabadà als einen Menschen in Erinnerung behalten, der sich mit großer Leidenschaft und Überzeugung für die Weiterentwicklung der Kaninchenwissenschaft eingesetzt hat. Sein Vermächtnis wirkt in unserer Gemeinschaft fort.

Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden sowie allen Wegbegleitern.

Kryokonservierung als Instrument der Zucht und Genetik in der Rassekaninchenzucht

Foto: iStock.com / simonkr

Die moderne Rassekaninchenzucht steht zunehmend vor der Herausforderung, bewährte Strukturen und züchterische Praxis mit wissenschaftlichen Entwicklungen in Einklang zu bringen. Ein Thema, das dabei immer mehr in den Fokus rückt, ist die Kryokonservierung – also das Einfrieren von Embryonen zur langfristigen Sicherung genetischer Ressourcen. Was zunächst sehr technisch klingt, hat in der Praxis eine klare Zielrichtung: wertvolle Zuchtlinien erhalten, genetische Vielfalt sichern und die Zucht auch für zukünftige Generationen stabil aufstellen.

Im Kern geht es bei der Kryokonservierung darum, Embryonen unter extrem niedrigen Temperaturen zu lagern, sodass sie über viele Jahre hinweg konserviert werden können. Diese Embryonen können zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgetaut und in eine Empfängerhäsin eingesetzt werden, aus denen dann ganz normale Jungtiere hervorgehen. Damit bietet diese Technik die Möglichkeit, genetisches Material unabhängig von Zeit und Bestandssituation zu sichern und gezielt wieder einzusetzen. Gerade für seltene oder gefährdete Rassen eröffnet sich hier eine wichtige Perspektive, um den Fortbestand langfristig zu gewährleisten.
Die wissenschaftliche Forschung hat sich in den letzten Jahren intensiv mit den Auswirkungen dieser Verfahren beschäftigt. Dabei zeigt sich ein insgesamt positives Bild, wenn auch mit einigen differenzierten Ergebnissen. So konnte festgestellt werden, dass Tiere, die direkt aus kryokonservierten Embryonen hervorgehen, in der Mastphase teilweise eine geringfügig reduzierte tägliche Gewichtszunahme aufweisen. Dieser Unterschied ist messbar, bewegt sich jedoch in einem überschaubaren Rahmen. Interessant ist dabei vor allem, dass dieser Effekt in der nachfolgenden Generation nicht mehr festzustellen ist. Die Nachkommen entwickeln sich hinsichtlich Wachstum und Leistung wieder vergleichbar zu Tieren aus natürlicher Fortpflanzung.

Auch im Bereich der Fruchtbarkeit und Reproduktion zeigen die Untersuchungen keine wesentlichen Nachteile. Wurfgrößen und Geburtenintervalle bleiben stabil, sodass aus züchterischer Sicht keine grundlegenden Einschränkungen zu erwarten sind.   Neuere Studien weisen allerdings darauf hin, dass sich bestimmte Effekte – insbesondere im Bereich des Wachstums – auch über mehrere Generationen hinweg zeigen können. Diese Veränderungen werden als Anpassungsreaktionen des Organismus interpretiert, die durch den Einfrier- und Auftauprozess ausgelöst werden. Dabei handelt es sich jedoch nicht um gesundheitliche Beeinträchtigungen, sondern vielmehr um biologische Reaktionen, die im Rahmen der natürlichen Anpassungsfähigkeit liegen.

Für die praktische Rassekaninchenzucht ergeben sich daraus mehrere wichtige Schlussfolgerungen. Die Kryokonservierung ist kein Ersatz für eine funktionierende Zuchtarbeit vor Ort, kann diese aber sinnvoll ergänzen. Sie bietet insbesondere dort Vorteile, wo es um die Sicherung wertvoller genetischer Ressourcen geht – sei es bei seltenen Rassen, bei besonderen Zuchtlinien oder auch zur Absicherung gegen unvorhersehbare Verluste, etwa durch Krankheiten oder strukturelle Veränderungen in der Zuchtlandschaft. Gleichzeitig eröffnet sie neue Möglichkeiten für die wissenschaftliche Begleitung der Zucht, etwa bei der Bewertung von Zuchtfortschritten über längere Zeiträume hinweg.

Am Ende zeigt sich deutlich: Die Kryokonservierung ist ein modernes Werkzeug mit großem Potenzial, das verantwortungsvoll und gezielt eingesetzt werden sollte. Für die Arbeit der WRSA bedeutet das, wissenschaftliche Erkenntnisse weiterhin eng mit der praktischen Zucht zu verknüpfen. Nur so kann es gelingen, die Rassekaninchenzucht nachhaltig weiterzuentwickeln und gleichzeitig ihre genetische Vielfalt und Qualität langfristig zu sichern.

Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, findet auf unserer Internetseite die zugrunde liegenden wissenschaftlichen Arbeiten im Original. Diese bieten einen tieferen Einblick in die Methodik, die Versuchsansätze und die Ergebnisse der internationalen Forschung zur Kryokonservierung beim Kaninchen. Nachfolgend möchten wir die wichtigsten Inhalte dieser Arbeiten kurz einordnen:

Die Studie von Cifre et al. befasst sich mit den Auswirkungen der Embryokryokonservierung auf Wachstums- und Reproduktionsmerkmale bei Kaninchen. Im Mittelpunkt steht der Vergleich zwischen Tieren aus natürlicher Fortpflanzung und solchen, die aus eingefrorenen Embryonen hervorgegangen sind. Besonders interessant ist dabei die Erkenntnis, dass anfängliche Unterschiede im Wachstum in der Folgegeneration nicht mehr nachweisbar sind, während reproduktive Leistungen stabil bleiben.

Die Arbeit von Joly et al. gibt einen umfassenden Überblick über die Bedeutung der Kryokonservierung zur Sicherung genetischer Vielfalt bei Kaninchen. Sie zeigt praxisnah auf, welche biologischen Materialien konserviert werden können und welche Rolle insbesondere Embryonen als zentrales Element zur Erhaltung kompletter Zuchtlinien spielen. Darüber hinaus wird die praktische Umsetzung in nationalen Genbanken beschrieben.

Die Untersuchung von Vicente et al. beleuchtet die Effizienz von Kryokonservierungsprogrammen anhand verschiedener Kaninchenlinien. Dabei wird insbesondere untersucht, wie gut sich Zuchtlinien nach dem Einfrieren und Wiederbeleben von Embryonen rekonstruieren lassen und welche Faktoren den Erfolg solcher Programme beeinflussen.

Die aktuelle Studie von Juárez et al. geht einen Schritt weiter und untersucht mögliche Auswirkungen der Kryokonservierung über mehrere Generationen hinweg. Sie zeigt, dass sich Veränderungen im Wachstum auch in nachfolgenden Generationen zeigen können, während die Reproduktionsleistung weitgehend unbeeinflusst bleibt. Zudem werden moderne Ansätze zur Bewertung solcher Effekte vorgestellt.

Die Arbeit von Vicente et al. liefert einen umfassenden Überblick über die Gewinnung und Kryokonservierung von Embryonen beim Kaninchen sowie deren Anwendung in der Erhaltungszucht. Im Zentrum steht die Bedeutung dieser Technologien für die Sicherung genetischer Ressourcen, insbesondere im Rahmen von Genbanken. Die Autoren zeigen, dass Verfahren wie Superovulation, Embryogewinnung und Kryokonservierung grundsätzlich etabliert sind, jedoch stark von genetischen und physiologischen Faktoren beeinflusst werden. Besonders hervorgehoben wird, dass Kryokonservierung nicht vollständig „neutral“ ist: Neben direkten Effekten auf die Embryonen können auch langfristige und sogar transgenerationale Veränderungen im Wachstum und Stoffwechsel auftreten, während die Reproduktionsleistung weitgehend stabil bleibt. Damit liefert die Arbeit eine wichtige Grundlage für die Bewertung dieser Technologien im Spannungsfeld zwischen Zuchtpraxis und wissenschaftlicher Nutzung.

Die Studie von Iaffaldano et al. beschäftigt sich mit der Kryokonservierung von Kaninchensperma und der Rolle von Kryobanken zur Sicherung genetischer Vielfalt. Im Fokus steht die Entwicklung und Standardisierung von Gefrierprotokollen, insbesondere hinsichtlich der optimalen Spermienkonzentration pro Portion. Die Ergebnisse zeigen, dass mittlere Konzentrationen die besten Ergebnisse in Bezug auf Fruchtbarkeit und Wurfleistung liefern und vergleichbare Resultate zu Frischsperma ermöglichen. Gleichzeitig wird deutlich, dass technische Faktoren wie Kryoprotektoren, Abkühlungsprozesse und individuelle Unterschiede der Tiere entscheidend für den Erfolg sind. Die Arbeit unterstreicht die große Bedeutung von Kryobanken als Instrument zur langfristigen Erhaltung genetischer Ressourcen sowie zur Unterstützung von Zucht- und Forschungsprogrammen.

Die wissenschaftlichen Artikel zum Nachlesen in englischer Sprache:

Naik et al. Anim. Reprod. Sci. 86-2005
Bruyere et al. PLOS one 8-2013
Lopez-Bejar and Gatius Theriogenology 58-2002
Ogawa and Tomoda Exp. Anim. 4-1976
Cifre et al. Ann. Zootech. 48-1999
Joly et al. UPSP ICE 2012
Vicente et al. Reprod. Nutr. Development 43-2003
Juarez et al. Front. Anim. Sci. 2022
Vicente_et_al._wrs_31-2_18412
Iaffaldano_et_al._wrs_33-1_22667

2. Bingener Kaninchentag am 14. Oktober 2025 in Bingen

„Herausforderungen in der Kaninchenhaltung – Neues aus Wissenschaft und Praxis”

Am 14. Oktober 2025 findet an der Technischen Hochschule Bingen (Berlinstraße 109, 55411 Bingen am Rhein) der 2. Bingener Kaninchentag statt. Nach der erfolgreichen Premiere 2023 mit rund 50 Teilnehmenden führt die Deutsche Gruppe der World Rabbit Science Association (WRSA) diese Veranstaltung fort.

Auch in diesem Jahr richtet sich das Fachforum an Kaninchenzüchterinnen und -züchter, Tierärztinnen und Tierärzte, Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft, Futtermittelindustrie, Behörden sowie an alle Interessierten aus dem In- und Ausland.

Höhepunkte des Programms:

  • Haltung von Mastkaninchen in Tierwohlstufe 3 – Einblicke in ein aktuelles EIP-Projekt (Susan Loske, TH Bingen)
  • RHD-Virus und Präventionsmaßnahmen – aktuelle Entwicklungen
    (Dr. Melanie Leibold, HIPRA)
  • Wichtige Krankheiten bei Kaninchen und Impfneuheiten
    (Dr. Harry Arts, Kaninchenspezialist)
  • Erhaltung genetischer Vielfalt
    (Prof. Dr. Steffen Weigend, FLI Neustadt-Mariensee)
  • Einfluss von Faserfraktionen auf Gesundheit und Leistung
    (Prof. Dr. Eva Maria Saliu, HS Eberswalde)
  • Startchancen für neugeborene Kaninchen
    (Prof. Dr. Josef Kamphues, TiHo Hannover)

Die Veranstaltung beginnt um 10:00 Uhr und endet um 15:30 Uhr. Im Anschluss findet von 16:00 bis 17:30 Uhr die Mitgliederversammlung der WRSA statt.

Teilnahmebedingungen:

  • Tagungsgebühr: 20 EUR inkl. Verpflegung (Mittagessen)
  • Für Studierende ist die Teilnahme kostenfrei
  • Zahlung bar vor Ort oder per Überweisung (Sparkasse Altmark West, IBAN: DE20 8105 5555 0200 0318 80, BIC: NOLADE21SAW, Stichwort WRSA2025 + Name)

Die ATF-Anerkennung wurde bestätigt. Die Teilnahme wird mit 5 ATF-Stunden anerkannt.

Anmeldungen nimmt WRSA-Schatzmeister Mike Hennings, Wallstr. 16, 29410 Salzwedel postalisch oder unter mike.hennings@kaninchen-LSA.de entgegen. Eine Anmeldung am 14.10.2025 ist persönlich vor Ort auch möglich.

Programm 2 Kaninchentag 2025

Anmeldeformular_Bingener_Kaninchentag_2025_final

1. Bingener Kaninchentag am 24. Oktober 2023

Am 24.10.2023 fand der von der Deutschen Gruppe der World Rabbit Science Association (WRSA) organisierte 1. Bingener Kaninchentag mit dem Thema „Herausforderungen in der Kaninchenhaltung – Neues aus Wissenschaft und Praxis“ statt. Etwa 50 Personen, darunter Kaninchenzüchter und -halter, Tierärzte, Vertreter der Mischfutterindustrie, von Behörden sowie aus der Wissenschaft, nahmen an der Veranstaltung teil. Auch Gäste aus Luxemburg, den Niederlanden und Österreich fanden den Weg nach Bingen. weiterlesen

Alle ziehen an einem Strang für neue Haltungssysteme in der Kaninchenzucht

Mehr Platz, Außenklima und Einstreu sollen in der gewerbsmäßigen Haltung von Kaninchen neue Maßstäbe in der Haltung setzen.

Eine Informationsveranstaltung mit Besichtigung zur Stalleröffnung am 21. April 2023 in Neuenstein-Lohe zeigt eine völlig neue Haltung für Kaninchen. Mehr Platz, Außenklima und Einstreu sind neu in der gewerbsmäßigen Haltung von Kaninchen. Europaweit einzigartig geht das Projekt zum Thema Tierwohl mitten in Hohenlohe in Betrieb und ist gleichzeitig ein Probelauf. Sieben europäische Projektpartner haben es zusammen konzipiert und werden die Ergebnisse auch anderen Landwirten zur Verfügung stellen. Sie betreten damit Neuland und zeigen gleichzeitig den Wandel in der Landwirtschaft. Das geht nur in einer guten Zusammenarbeit aller Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette.

„Wie nehmen die Tiere den neuen Außenbereich und die Einstreu an?“, diese Frage stellt sich nicht nur der Projektkoordinator Thomas Bauer. Das Wohl der Tiere liegt den Inhaberfamilien der ‚Thomas Bauer Kaninchenzucht‘ und der ‚Bauer Kaninchen Spezialitäten GmbH‘ seit Jahren am Herzen. Mit dieser Verantwortung, zum Beispiel durch die Fütterung mit nährstoffreichem und garantiert gentechnikfreiem Futter, mit boden- und artgerechter Haltung, gehen die jungen Bauern immer wieder innovative Projekte an. Zusammen mit Kooperations- und Marktpartnern werden nun schon zum zweiten Mal in einem sogenannten ‚EIP-Agri-Projekt‘, Ideen geprüft und Lösungen erarbeitet‚ die für die Branche Maßstäbe setzen werden. weiterlesen …

Aktuelle Studie an Widderkaninchen aus der Rassekaninchenzucht zeigt keine signifikanten Auffälligkeiten bei Ohren, Augen und Zähnen der Tiere

Foto (1) ZDRK: 30. BRS in Oldenburg

Als vor knapp einem Jahr durch das Qualzucht-Evidenz Netzwerk (QUEN) ein Merkblatt hausgegeben wurde, in dem Widderkaninchen insbesondere aufgrund angeblich signifikanter Probleme mit den Gehörgängen als Qualzucht bezeichnet wurden, wurde der ZDRK sehr hellhörig. Liegt uns doch das Wohl unserer Tiere sehr am Herzen und der Tierschutz ist ein erklärtes Satzungsziel. Die aus der züchterischen Praxis nicht nachvollziehbaren Behauptungen sollten in einer statistisch signifikanten Studie durch neutrale Fachleute untersucht werden. Bereits im Herbst 2022 hatte Andreas Rühle in einer umfangreichen Dokumentation in der Fachpresse das Merkblatt des QUEN zu Widderkaninchen umfassend beleuchte und anhand einer Vielzahl von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Studien die Aussagen des QUEN fraglich erscheinen lassen. Anlässlich der Ostwestfalenschau mit angeschlossener Landesclubschau des Landesverbandes der Rassekaninchenzüchter Nordrhein-Westfalen und der ebenfalls angeschlossenen 37. Widderclubvergleichsschau der Arbeitsgemeinschaft der Widderzüchter im ZDRK Ende Oktober 2022 wurden insgesamt 2833 Rassekaninchen, darunter 2042 Widderkaninchen, von ausgebildeten Kaninchenpreisrichtern begutachtet. Hieraus wurden in einer zufällig ausgewählten Stichprobe 10% der Tiere (283 Rassekaninchen) durch zwei Tierärzte, die als Fachexperten für Kaninchen bezeichnet werden können, eingehend untersucht.

Ziel war es die Behauptung des QUEN in einer evidenten Studie zu validieren, um hieraus Rückschlüsse auf die Rassekaninchenzucht zu ziehen. Nach umfangreicher Aufarbeitung der Studienergebnisse und zusätzlicher Recherchen seitens der untersuchenden Tierärzte liegt dem ZDRK nun die Studie vor, die aufgrund ihres Umfangs als eine der weitreichendsten Studien zu dieser Thematik gezählt werden kann.

Als Kernaussage konnten keine signifikanten Krankheitsbilder der Gehörgänge bei Widderkaninchen festgestellt werden. Diese Studie ist unter www.zdrk.de bereitgestellt und sollte als fachliche und wissenschaftliche Unterstützung dienen.

UNTERSUCHUNG DER PRÄVALENZ VON ANOMALIEN UND ERKRANKUNGEN DES OHRES BEI WIDDERKANINCHEN

Neuwahlen des Vorstandes der WRSA Deutschland e.V.

v.l. Mike Hennings, Dr. Florian Lohkamp, Prof. Dr. Steffen Hoy, Jürgen Vedder, Prof. Georg Dusel, Bernd Graf, Thomas Bauer, Michael Bauer, Ludwig Asam. Foto: Michael F. Krause (Kaninchen-Zeitung)

Im Rahmen der 35. Bundeskaninchenschau in Kassel fand am 28.01.2023 die Mitgliederversammlung der Deutschen Gruppe der WRSA (World Rabbit Science Association) e.V. statt. Zum neuen Vorsitzenden wurde Prof. Dr. Georg Dusel und zu seinem Stellvertreter Prof. Dr. Steffen Hoy gewählt. Die Kassengeschäfte werden zukünftig von Mike Hennings geführt. Qua Amt sind der Präsident des Zentralverbandes Deutscher Rassekaninchenzüchter e.V. (ZDRK), Bernd Graf und der Vorsitzende des Bundesverbandes deutscher Kaninchenfleisch- und -wollerzeuger (BVK), Thomas Bauer Mitglied des Vorstandes. Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wurden Jürgen Vedder und Dr. Florian Lohkamp gewählt. Als Kassenprüfen fungieren zukünftig Michael Bauer und Ludwig Asam.